Wie diese Aufstellung zeigt, sollte man nicht anstreben, möglichst viele Katas zu lernen, sondern unermüdlich an den fundamentalen Katas arbeiten und erst nach einem bestimmten erreichten Leistungsstand weiterschreiten.
Das Motto "Von Stufe zu Stufe" beinhaltet eben auch, daß man keine Stufe überspringt, sondern, bevor man weitersteigt, jede Stufe erst " trittsicher" macht. Nur so kommt man tatsächlich und sicher immer höher, ohne daß die brüchigen Fundamente wegbröckeln.
Taikyoku-Katas
Die Taikyoku-Katas wurden von FUNAKOSHI für den Anfänger geschaffen. Hier macht er zum erstenmal Bekanntschaft mit dem Wesen der Kata als festgelegte Form von Abwehr- und Gegenangriffstechniken, und zwar zunächst mit aller- einfachsten Techniken: Bei der Taikyoku- Shodan (und nur die wird bei uns geübt) sind es nur Gedan-Barai und Oi-Tsuki. Methodisch gesehen hat sie ihren Platz zur Vorbereitung (und Erleichterung) des Erlernens der Heian 1: Genau das gleiche Schrittdiagramm, fast genau die gleiche Anzahl der Techniken und auch die gleiche Anzahl von " Angreifern". FUNAKOSHI betonte ihre Bedeutung sehr stark: Für ihn war sie die " universale" Kata; deshalb auch der Name. " Taikyoku" (chinesisch: Tai-Chi) bedeutet das Universum. FUNAKOSHI sagt, daß diese Kata zwar sehr leicht zu erlernen sei, daß sie abergerade deshalb die " grundlegendste" sei, auf die der Karatemeister, wenn er gelernt habe, die Kunst des Karate zu beherrschen, wieder zurückkomme als auf den " großen Uranfang" (Taikyoku), als auf die universalste Kata überhaupt zum Üben (G. FUNAKOSHI in " Karate-Do Kyohan"). Es gibt drei Taikyoku-Katas, die erste wird heute noch praktiziert (die zwei anderen sind zu ähnlich).
Heian-Katas
Die Heian-Katas sind die ersten Katas die der Karateka erlernt und sie werden bis zur Heian-Godan immer schwieriger in der Ausführung
"27 Shotokan Katas" Albrecht Pflüger 2003 DOKAN-Verlag
